„Easy on paper“ – warum schnelle Marketing-Setups später teuer werden

Wenn „schnell & günstig“ zur Kostenfalle wird

Ich habe mich kürzlich entschieden, ein Projekt nicht anzunehmen – obwohl es auf den ersten Blick einfach klang.

Die Anfrage war schnell erklärt:
Social-Media-Accounts anlegen, Kampagnen-Accounts aufsetzen und erste Kampagnen vorbereiten, damit alles direkt live gehen kann.

Als ich den tatsächlichen Aufwand, die notwendigen Schritte und den realistischen Zeitrahmen erklärt habe, kam die Antwort:
„Das haben wir auch günstiger und schneller angeboten bekommen.“

Und ja – auf dem Papier wirkt das alles einfach.

Aus Erfahrung weiß ich jedoch:
Gerade dieser erste Schritt entscheidet darüber, ob Marketing langfristig sauber funktioniert oder später aufwendig korrigiert werden muss.

Ich habe in den letzten Jahren viele Unternehmen dabei unterstützt, Marketing-Setups im Nachgang zu reparieren – teilweise Monate, teilweise Jahre später.
Fast immer hätten diese Firmen viel Geld, Zeit und interne Ressourcen sparen können, wenn bestimmte Grundlagen von Anfang an mitgedacht worden wären.

Was bei schnellen Marketing-Setups häufig fehlt

1. Account-Strukturen, Ownership & Zugriffsrechte

Wer besitzt die Accounts?
Wer hat Admin-Rechte?
Über welche neutralen E-Mail-Adressen laufen Social Media, Werbekonten und Tracking?

Ich kenne Unternehmen, die keinen Zugriff mehr auf ihre eigenen Accounts hatten, weil alles auf eine einzelne Person begrenzt war, die das Unternehmen verlassen hat.

2. Content-Planung & Content-Erstellung

Man launcht keine leeren Social-Media-Profile.

Ein nachhaltiger Start benötigt:

  • einen Content-Plan

  • visuelle Grundlagen (Templates, Bildsprache)

  • erste Inhalte

  • Abstimmung und Freigaben

3. Kampagnen-Setup mit klarer Strategie

Kampagnen sind keine isolierten Maßnahmen.
Ziele, Zielgruppen, Budgets und Kanalrollen müssen definiert und aufeinander abgestimmt sein – idealerweise omnichannel.

4. Tracking-Setup & Messbarkeit

Tracking (z. B. Google Analytics, Google Tag Manager oder plattformseitiges Tracking) sollte nicht nachträglich ergänzt werden.

Ohne sauberes Tracking werden:

  • Reports unzuverlässig

  • Dashboards schwer interpretierbar

  • Entscheidungen datenarm

5. Naming Conventions & Dokumentation

Saubere Benennungen sorgen dafür, dass man auch in fünf Jahren noch versteht:

  • wie Kampagnen aufgebaut waren

  • was Dashboards oder Excel-Pivot-Reports wirklich zeigen

  • welche Annahmen hinter den Zahlen standen

6. Übergabe, Review & Freigabe

Auch wenn externe Partner alles erstellen:
Unternehmen benötigen Zeit, um Setups zu prüfen, zu verstehen und freizugeben.
Diese Phase ist essenziell – und wird oft unterschätzt.

Die eigentliche Kostenfrage: Je später, desto teurer

Was viele Unternehmen unterschätzen:
Diese Grundlagen verschwinden nicht, wenn man sie zu Beginn überspringt.

Sie tauchen später wieder auf – allerdings als:

  • Analyse- und Audit-Aufwand

  • Korrekturen an laufenden Kampagnen

  • unzuverlässige Daten und Reports

  • Neuaufsetzen von Account-Strukturen

  • erneute Abstimmungs- und Freigabeprozesse

Früh berücksichtigt:
→ überwiegend Vorwärtsarbeit

Nach einigen Monaten:
→ Vorwärtsarbeit + Korrekturen

Nach einem Jahr oder später:
→ Aufräumen, Rückbau, Neuaufsetzen – oft unter Zeitdruck

Genau hier entstehen die höchsten Kosten.

Drei einfache Fragen, die mehr sagen als viele KPIs

Diese Fragen helfen oft schneller als jede Präsentation:

  • Wenn morgen eine Schlüsselperson das Unternehmen verlässt – haben Sie noch Zugriff auf alle Marketing-Accounts?

  • Könnte eine neue Person im Team in einem Jahr Ihre Naming Conventions und Kampagnenstruktur ohne Erklärung verstehen?

  • Würden Sie Ihren Dashboards und Reports voll vertrauen, wenn das Tracking nicht von Anfang an sauber geplant wurde?

Wenn eine dieser Fragen Unsicherheit auslöst, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen.

Warum ich dieses Projekt nicht angenommen habe

Nicht, weil Schnelligkeit grundsätzlich falsch ist.
Sondern weil hier Geschwindigkeit bedeutete, auf grundlegende Strukturen zu verzichten, die später sehr wahrscheinlich teuer geworden wären.

Der erste Schritt ist selten „nur Setup“.
Er ist das Fundament für Strategie, operative Umsetzung, Reporting, Skalierung – und auch für Personalwechsel.

Und genau deshalb lohnt es sich, ihn bewusst zu gehen.

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